LAG_50_35mm-kleinUnternehmen Familie

- Familienzeit – Lebenszeit - Arbeitszeit -

Wissenschaftliche Jahrestagung 2011
der Landesarbeitsgemeinschaft für Erziehungsberatung Niedersachsen e.V.

10. November 2011
Hannover
Flyer als Download: KLICK
Anlässlich des 50-jährigen Jubiläums
Ausgerichtet vom Vorstand der Landesarbeitsgemeinschaft


Einladung

Unternehmen Familie
- Familienzeit – Lebenszeit – Arbeitszeit –


Eltern vollbringen Spitzenleistungen, wenn sie den täglichen Spagat zwischen Arbeitswelt, Familienleben, eigenen Bildungsinteressen, Freundeskreis und Freizeitkultur auf sich nehmen. Familie macht Arbeit, wird aber nicht als „richtige“ Arbeit anerkannt. Familien sind Systeme mit Eigenlogik und Eigensinn, sie benötigen ein hohes Maß an Beziehungsorientierung und eine nicht geringe Menge an gemeinsamer Zeit, geteilten Ritualen und verbindlichen Abläufen.

Wir beobachten Prozesse der Entgrenzung, die auf das System Familie einwirken:
Entgrenzung der Erwerbsarbeit: Vor allem in besser qualifizierten Berufsfeldern hat sich die wöchentliche Arbeitszeit in den letzten Jahren deutlich ausgeweitet. Im Dienstleistungsbereich gibt es zunehmend mehr Teilzeit- und Minijobs, bei denen die Arbeitszeiten stundenweise gestückelt sind und sich in die Abendstunden und Wochenenden ausdehnen. Der Wunsch nach einem Beruf, der ein Erwerbsleben lang ausgeübt werden kann, erweist sich gerade im industriellen Bereich als wenig realitätstauglich. Stattdessen sehen sich Familien aufgefordert, mobiler zu sein, auf globale berufliche Einsatzfelder zu reagieren und sich immer wieder in einem neuen Umfeld zu integrieren.

Entgrenzung in den Familien: Es gibt eine Vielfalt von Familienformen, die ihre jeweils eigene Dynamik haben (alleinerziehende Mütter und Väter, Patchwork-Familien, gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften). In Familien treffen Menschen mit unterschiedlichen Bedürfnissen, Interessen und Haltungen aufeinander, die miteinander ausbalanciert und ausgehandelt werden müssen. Viele Väter wünschen eine aktivere Rolle im Familienleben, Mütter wünschen sich mehr Arbeitsteilung im häuslichen Bereich. Parallel sehen sich Eltern mit eigenen wie auch gesellschaftlichen Erwartungen konfrontiert, ihren Kindern möglichst gute Bildungschancen zu eröffnen.

Familien sind somit großen Diskontinuitäten und immer wieder belastenden Übergängen ausgesetzt. Die Fürsorge für ein Kind – ein positiv sinnstiftender Lebensinhalt für die meisten Eltern – kann so zum zusätzlichen Stressfaktor werden.
Zur Bewältigung dieser Anforderungen setzen Familien zunehmend auf externe Bildungs- und Betreuungsinstanzen. Kindertagesstätten und Ganztagsschulen bieten den Eltern verlässliche Tagesstrukturen, den Kindern und Jugendlichen vielseitige Freizeit- und Bildungschancen sowie kontinuierliche Sozialkontakte. Die erwachsenen Beteiligten stehen vor der großen Herausforderung, die viel beschworene Erziehungspartnerschaft mit Leben zu füllen – im Interesse der Kinder!

Aus allen diesen Veränderungen sind Folgerungen für eine zeitgemäße und im Sinne der Familien erfolgreiche Beratungsarbeit zu ziehen. Gelingende Erziehungsberatung würdigt die unterschiedlichen familiären Lebensformen durch möglichst vielseitige Beratungsformate. Gelingende Beratung orientiert sich an den jeweiligen Bedarfslagen der Familien - und richtet sich modellhaft auf die Balance zwischen dem Wünschenswerten und dem Machbaren aus.


Programm

Donnerstag, 10. November 2011

9.30 Uhr Eröffnung
Doris Kahlert, 1. Vorsitzende der LAG für Erziehungsberatung
9.45 Uhr Grußworte
Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit und Integration
Landeshauptstadt Hannover (angefragt)

Tagungsmoderation
: Dr. Gisela Lösche, Dipl.-Psychologin,
Berlin

10.00 Uhr „Keine Zeit für Kinder – Familie zwischen Flexibilität und Verlässlichkeit“
Prof. Dr. Hans Bertram, Prof. für Mikrosoziologie an der Humboldt-Universität Berlin, Vorsitzender der 7. Familienberichtskommission des Deutschen Bundestags (2003 – 2005)

11.00 Uhr Pause

11.30 Uhr „Erfolgsfaktor Familie - Passgenaue Lösungen für Eltern und Unternehmen“
Alexa Ahmad, Dipl. Sozialpädagogin, Geschäftsführerin der pme-Familienservice Gruppe. Frankfurt/Main

12.30 Uhr Mittagspause

14.00 Uhr
Arbeitsgruppen (14.00 bis 15.30 Uhr)
1) Entgrenzung I: „Übergriffiges Verhalten in Beratungssituationen“
Moderation: Marja-Leena Röcke, Dipl.-Psychologin, niedergel. Psychotherapeutin, Familientherapeutin, Supervisorin, Berlin

2) Entgrenzung II: „Neue Medien in der Beratung: Was kann Erziehungsberatung von der Online-Beratung lernen?“
Moderation: Heinz Thiery, Dipl.-Pädagoge, bke-onlineeratung, Fürth Ulrike Jordan, Dipl.-Psychologin, Landeshauptstadt Hannover

3) Entgrenzung III:
Virtuelle Peers in Facebook, Twitters und Co“
Moderation: Christian Cordes, Dipl.-Sozialpädagoge, Stadtjugendpfleger der Stadt Wolfsburg

4) Entgrenzung IV: „Eingangstor oder Callcenter: Das Sekretariat“
Moderation: Hartmut Ladwig, Dipl. Sozialpädagoge, Evangelische Beratungsstelle für Erziehungs-, Ehe- und Lebensberatung, Rotenburg/Wümme

15.30 Uhr Pause

16.00 Uhr
Forum (16.00 bis 17.30 Uhr):
„Wir sind die Eltern – aber unser Kind wird von vielen erzogen…“
Input (30 Minuten): „Beziehung im Dreieck: Kind-Eltern-Krippe“
Dr. Monika Wertfein, Dipl.-Psychologin, Staatsinstitut für Frühpädagogik, München

Input (30 Minuten): „Peer-Netzwerke in der Ganztagsschule“
Dr. Rimma Kanevski, Dipl.-Physikerin, Lehramt in Mathematik und Physik, Forschungsprojekt PIN: Peers in Netzwerken, Leuphana-Universität Lüneburg

17.30 Uhr Ende der Wissenschaftlichen Jahrestagung 2011

18.00 Uhr Ordentliche Mitgliederversammlung der LAG 2011

Die Veranstaltung ist bei der Psychotherapeutenkammer Niedersachsen akkreditiert mit 8 Punkten-
Akkreditierungsnummer
VNR: 2767302011121330009

Freizeitzentrum Vahrenwald Vahrenwalder Straße  92 30165  Hannover Tel.: 0511-168-4 06 09 / -4 38 62
Stadtbahnanschluss: ab Hauptbahnhof Stadtbahnlinien 1,2 und 8 Richtung Langenhagen/Alte Heide - Haltestelle Dragonerstraße.
Parkmöglichkeiten: direkt vor dem Gebäude und zusätzlich in der Dragonerstraße hinter dem Schwimmbad (behindertengerechte Parkplätze).
Übernachtungsmöglichkeiten: Tourist Information 0511/12345-111

Weitere Informationen unter: www.hannover.de